Bericht über Helmut Preller
und die Mauer in Schönberg
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25.9.2009 Politiken DK
*Borgmesters Stasi-fortid deler tysk by*

*Få dage før det tyske valg splitter opgøret om fortiden lille by, hvor en tidligere medarbejder i den østtyske sikkerhedstjeneste er en folkekær politiker.*

Af MICHAEL SEIDELIN, EUROPAKORRESPONDENT, SCHÖNBERG

Hier der übersetzte Text:

Stasivergangenheit des Bürgermeisters teilt deutsche Stadt
Wenige Tage vor der deutschen Wahl spaltet der Streit um die Vergangenheit eine deutsche Stadt, wo ein früherer Mitarbeiter des ostdeutschen Sicherheitsdienstes ein populärer Politiker ist. Das sei kein Zufall, erklärt der Künstler Helmut Preller an dessen Grundstück entlang die Mauer verläuft."
Von Michael Seidelin, Europakorrespondent
Schönberg, 20km östlich von Lübeck, ist nach aussen hin eine ruhige und friedliche Stadt. Ein paar ältere sprechen auf dem Marktplatz miteinander und junge Mütter holen im Kindergarten-Haus des Kindes- ihre Kinder ab. Aber gegenüber vom Kindergarten zeigt eine Mauer mit Grafitti und Inschriften, dass etwas nicht stimmt in Schönberg. Sie sieht mit dem Stacheldraht auf der Mauerkrone aus, wie eine Kopie der Berliner Mauer. Und das ist kein Zufall erklärt der Künstler Helmut Preller. "Es geht darum, dass wir die Vergangenheit nicht vergessen dürfen. Das schulden wir allen denen, die verfolgt und eingesperrt wurden, während die Schuldigen frei herumlaufen und in vielen Fällen wieder Ämter bekleiden." Helmut Preller denkt besonders an einen bestimmten. Nämlich Michael Heinze, der bis Juni Bürgermeister der 4400 Einwohnerstadt war.
Bis zur deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 war Michael Heinze Chef der ostdeutschen Grenztruppen in Schönberg und Umgebung. Diese gehörte zum geschlossenen Grenzgebiet an der Grenze zu Westdeutschland.
"Die Grenzsoldaten schossen auf allle, die zu flüchten versuchten", sagt Hellmut Preller, der mich im ehemaligen Festsaal eines ehemaligen Hotels, das jetzt als Wohnung und Atelier dient, empfängt.

Kampf gegen Stasi-Vergangenheit.
Auf der Mauer vorm Haus ezählt er mit wenigenWorten, mit Illustrationen und Kopien von Dokumenten die Geschichte von zwei grossen Jungen, welcher bei einem Fluchtversuch erschossen wurden. Mit Bitterkeit in der Stimme berichteter von Freunden, deren Leben in einem DDR - Gefängnis zerstört wurde, nur weil sie die Regierung kritisiert hatten.
Aber dieser Teil der Wirklichkeit ist nicht bei alllen in Schönberg populär. Helmut Prellers Initiative spiegelt im Miniaturformat die Schwierigkeiten im Verhältnis zur Vergangenheit und den Ereignissen in der früheren DDR, die in der Realität aufhörte zu existieren, als die Regierung im November 1989 die Berliner Mauer öffnete.
Überall in Lande müssen Kandidaten immer noch über ihre Vergangenheit Rechenschaft ablegen und bei der Wahl am Sonntag wird der östliche Teil Deutschlands anders stimmen als der westliche. Es gibt geteilte Meinungen darüber, wie Deutschland am besten die Jahe vor dem Fall der Mauer bearbeitet.

"Der Mann versucht nur in der Vergangenheit einen Brand zu legen. Was wir brauchen, ist, dass wir alle zusammenstehen. An der Vergangenheit können wir nichts tun", sagt ein junger Mann, der von der anderen Strassenseite aus missbilligend Helmut Prellers Mauer betrachtet. Der junge Mann nennt sie einen Schandfleck. Aber das ist die Art von Haltung, mit der Helmut Preller sich auseinandersetzen will.. Er hat den Kampf gegen den früheren Bürgerneister zu einem Symnol gemacht. Denn ausser, dass Michael Heinze Offizier der Grenztruppen war, war er auch Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Stasi.
Das hätte der Lokalpolitiker nach der Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern offenlegen müssen, als er sich 2004 als Bürgermeisterkandidat der Partei "Die Linke" aufstellen liess. Das Bundesland verlangt, dass Kandidaten für öffentliche Ämter eventuelle Verbindungen zur Stasi bekanntgeben müssen. Den Behörden zufolgen gab Michael Heinze eine zweideutige Antwort. Angeblich spielte er seine Rolle herunter, indem er darauf hinwies, dass Leute in seiner Position automatisch Berichte an die Stasi liefern mussten.

Forderung nach einer besseren Antwort: Er bekam das Papier zurück mit der Aufforderung, die Antwort zu vertiefen. Trotz der Tatsache, dass er es niemals wieder zurück geschickt hat, hatte er keine Schwierigkeiten an der Bürgermeisterwahl, die er gewann, teil zu nehmen. "Denn alle, junge und alte, kennen Heinze als tüchtig und kompetent" sagt der der junge Mann draussen vor den Kindergarten. Michael Heinze kandidierte, wie er es ausdrückte, als Alternative zu den Bürgerlichen und aus Respekt vor seinen früheren Überzeugungen.
Im vergangenen Juni kandidierte er wieder. Trotz der Polemik- manche würden sagen ihretwegen- bekam er 72% der Stimmen.
"Aber das heisst nicht, dass 72% der Bevölkerung ihn unterstützen, denn die Wahlbeteiligung war sehr niedrig" sagt Hellmut Preller.
Nach der Wahl ging die Bombe hoch. Die Behörden meinten jetzt, dass die Wahl von Michael Heinze ungültig war, weil er die seine Stasivergangenheit betreffenden Papiere nicht ausgefüllt hatte. Auf dramatische Weise wurde er abgestzt und seine Anhänger demonstrierten auf den Marktplatz.
Die Sache geht weiter. Es begann in gleichen Jahr, als Michael Heinze das erste Mal zum Bürgermeister gewählt wurde. 2004 zog nämlich auch Hellmut Preller aus Hamburg nach Schönberg. Er wunderte sich darüber, dass ein früherer Stasinitarbeiter Bürgermeister war.
Hellmut Preller ging gründlich vor und verlangte Akteneinsicht. "Viele in der Stadt fragen sich, weshalb ich mich einmische. Ich komme ja von ausserhalb. Das ist übrigens ein traditionelles Argument. Ebenso die Behauptung, ich sei"krank" oder"merkwürdig". Das ist ein Argument, das das DDR-Regime gegen seine Gegner benutzte", sagt er.

Grosse persönliche Konsequenzen.
Helmut Preller verhehlt nicht, dass die Sache grosse persönliche Konsequenzen für ihn hat.Gegenstände wurden über die Mauer geworfen. Einige versuchten, sie zu zerstören. Er wird regelmässig bedroht. Aber er macht weiter. Der Künstler aus dem Westen stellt die gleichen Fragen, wie z.B. der Historiker Helmut Knabe, der mehrere Bücher herausgeben hat, welche die DDR und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit behandeln: "Sollen wir das Geschehene einfach vergessen und die Opfer im Stich lassen?" Aber die Frage ist nicht besonders populär.
Eine Meinungsunfrage im Juni zufolge meinen 49% der Befragten in der früheren DDR, dass es damals wohl Probleme gegeben habe, das Leben aber gut gewesen sei.
Das meint auch die 80-jährige Annelise Stein aus Schönberg, die vor ihrem Haus stehend eine deutliche Meinung zur Vergangenheit hat: "Wir hatten keine exotischen Früchte und wir konnten nicht reisen. Aber es gab Arbeit. Wir lebten ein gutes und einfaches Leben."


Bildtext: KOPI DER MAUER. Hellmut Preller ist Künstler und wohnt in Schönberg.Hier hat er eine Kopie der ehemaligen Berliner Mauer gebaut.