Bericht über Helmut Preller und die Mauer in Schönberg.
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Leider ist dieser auf einem Interview mit Helmut Preller vom 12.10.2009 basierende Text in Teilen falsch und stellt durch die Zusammenstellung mehrerer Zitate sinnentstellende Zusammenhänge und Vorstellungen her. Die Stellen sind ROT makiert. Es ist wohl für einige Menschen, auch Journalisten schwierig, einfach einmal anzuerkennen, dass ein "mündiger Bürger" sich für die Opfer und noch heute leidenden Bürger der DDR-Diktatur und gegen das Vergessen einsetzt. Dazu gehört auch die Anwendung der unsere Demokratie definierenden Gesetze. Aufklärung ist notwendig statt Verklärung. Die Symbole der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR dürfen nicht mißbraucht werden.

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Bezeichnender Weise hat auch das NEUE DEUTSCHLAND diesen Bericht 1:1 übernommen. - Das besagt:
der dpa-Bericht ist konform zur Ideologie, die im NEUEN DEUTSCHLAND als Hauspostille der "SED - PDS - Die Linke" verbreitet wird.

siehe 1) Interessant sind vor allem die eingestreuten Passagen, die die rechtlichen Hintergründe um das Diziplinarverfahren gegen Michael Heinze verwässern und es erst gar nicht erwähnen - damit wird ein völlig anderer "Streit" suggeriert: Ost gegen West. Dabei geht es vor allem um beamtenrechtliche Fragen und die Aufarbeitung der DDR-Diktatur und des menschenrechtswidrigen Grenzregieme - denn: Heinze ist nicht beurlaubt (wie es das Neue Deutschland mit einer Zwischenschrift gene hervorhebt), nein - sein Dienstherr hat ihm die "Rücknahme der Ernennung" wegen "arglistiger Täuschung" bei der Wahl 2004 und bei seiner Ernennung zum Beamten ausgesprochen. Ein schwerwiegendes Delikt, das nach dem StGB als Betrug geahndet wird. Das kam erst NACH der Wahl 2009 heraus - Helmut Preller hat es aufgedeckt, nachdem er Einsicht in die Wahlakten von 2004 gefordert hatte. Zugleich hatte Helmut Preller gegen die Gültigkeit der Wahl Einspruch eingelegt. A) wegen der Stasi-Verpflichtung von Heinze und den damit zusammenhängenden Zweifeln, die ein Ernennungshindernis nach dem Beamtenrecht darstellen und B) wegen an der Grenze verübten Verstößen gegen Menschenrechte, die jetzt untersucht werden. Ein absolutes Ernennungshindernis für Beamte.

Darüber wird jetzt verhandelt. Und dies hatte Helmut Preller der Journalistin Grit Büttner auf deren Befragen hin erklärt und keineswegs von selbst die Sprache darauf "immer wieder" gebracht. Auch spielt Heinzes Rolle als Kommandeur der Grenztruppen für die "Gedenkmauer" eine wesentlichere Rolle als Heinzes Spitzeltätigkeit für die Stasi. Davon ist keine Rede im Artikel. Zudem ist Heinze als zeitweiliger Beamter kein "Stadtoberhaupt" - sondern dem Dienstherren, der Stadtvertretung unterstellt. Es wird dort der Eindruck erweckt, als sei Heinze lediglich mal beurlaubt, und legt einen Wahlsieg nach dem anderen hin, den man ihm nur nicht gönnt.

siehe 2) Dieser Eindruck wird durch die Befragung von Düwel, CDU, der jetzt die Bürgermeistergeschäfte in Schönberg führt, weiter verstärkt. Dass sich Düwel mit seinen Bemerkungen gegen ein rechststaatliches Verfahren richtet - das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Schwerin und als Mitglied der Stadtvertretung (Dienstherr) und des Wahlprüfungsausschusses gegen geltendes Recht öffentlich parteilich Stellung bezieht - es ist ein Disziplinarverfahren gegen Heinze eröffnet - scheint weder der Journalistin, noch Düwel klar zu sein, oder sie zu stören. Darüber hinaus wird Düwel benutzt, um den Grabenkrieg "Ost gegen West" weiter zu verstärken und Öl in die schönberger Flammen zu gießen. Eine prima Steilvorlage für das NEUE DEUTSCHLAND, das jetzt nur die dpa zu zitieren braucht und damit Unparteilichkeit vortäuschen kann.

Helmut Preller wurde der Besuch der Journalistin angekündigt unter dem Motto, auch einmal über die Hintergründe und Motivation der künstlerischen Arbeit zu berichten zu wollen und darüber hinaus nach Lösungsansätzen zu suchen für den Konflikt sowie der Spitzel-Problematik, die ein Volk verunsichert und spaltet. Davon erfahren wir allerdings NICHTS.

Statt dessen wurde diese dpa-Meldung ein nächster Bericht über "Spaltung in Schönberg" etc., und die Gelegenheit genutzt, dem Wessi mal unterschwellig einen zu verpassen, der sich in die Vergangenheit und Gegenwart der DDR-Aufarbeitung einmischt. Geschickt formuliert, für Leser aus den alten Bundesländern schwer zu erkennen aber für die Befindlichekeiten der Leser aus den neuen Bundesländern dienlich. Zudem wird das Verfahren gegen Heinze heruntergespielt.

Mit kleinen Worteinschüben wie "wie er sagt" und "zwar" und "Meinungs-Mauer" sowie den dann nachfolgenden Konter-Passagen wird die Glaubwürdigkeit des Künstlers Helmut Preller eins ums andere Mal unterhöhlt. Ein paar Alibi-Passagen sollen dies verdecken. Die ganze Vorgehensweise erinnert an "Das Rote Kloster" (Autorin: Brigitte Klump).

siehe 3) Helmut Preller hatte der Journalistin einen Hinweis, der auf der "Mahn-Mauer" stand, mitgegeben und der über die Widmung der Gedenkmauer folgendes aussagt:

Diese Mahn- und Gedenkmauer
ist den Opfern gewidmet,
die von einer repressiven und verbrecherischen Staatssicherheit der ehemaligen DDR
und ihren Helfershelfern
- getötet
- gedemütigt
- mundtot gemacht
- gefoltert
- verjagt
- verkauft
und umgebracht wurden

siehe 3) Von diesem Schriftstück zitiert Frau Büttner allerdings nur das Impressum "Diese Wandxxx wird per Video überwacht" - Eine weitere Steilvorlage für das NEUE DEUTSCHLAND, das diese mit einer extra Zwischenüberschrift honoriert: "Überwachung per Kamera". Das soll den Datenschutzbeauftragten in Schwerin aktivieren - der ist jedoch schon bereits aktiv geworden. Die Erneuerung der Hinweise auf Videoüberwachung an der Mauer ist allerdings vor allem aus rechtlichen Gründen notwendig, und auch um weiteren Dunziationen der Heinze-Gefolgsleute zuvorzukommen, wenn diese Hinweise immer wieder abgerissen werden. Eine Frechheit ist es allerdings, wenn diese "Mahn-Mauer" von der Journalistin als "Meinungs-Mauer" tituliert wird und damit wiederum die Glaubwürdigkeit in Frage stellt - denn alle bereitgestellten Materialien, auch die der Birthlerbehörde, die durch die "Mahn-Mauer" zugänglich geworden sind, entsprechen den historischen Tatsachen.

Dennoch ist Helmut Preller der "dpa" dankbar, dass sie sich, wenn auch spät, überhaupt dieser Thematik angenommen hat. Wesentlich ist der letzte Absatz in Bezug auf die politische Bildung der Jugendlichen - denn nur so kann der Verklärung einer Diktatur entgegengewirkt werden, nur so kann den inzwischen wieder aus ihren Löchern hervorkriechenden Alt-SED-lern und Stasileuten mit ihrer Ideologie unter dem Tarnmantel "Die Linke" entgegengewirkt werden.

Die Hoffnung bleibt,wenn auch schwach, dass sowohl Gregor Gysi als auch Oska Lafontaine sich öffentlich von diesem Klientel distanzieren und diese konsequent aus Partei und Ämtern ausschließen. Das ist das Mindeste, was vor allem Gysi und Lafontaine dem Volk der ehemaligen DDR und dem gemeinsamen Deutschland schuldig sind und schuldig bleiben werden. Das gilt für alle Parteien im wiedervereinten Deutschland gleicher maßen.

Helmut Preller, 17. Oktober 2009


Hier nun der Artikel vom 13.10.2009

Neue Mauer spaltet Schönberg - Von Grit Büttner, dpa

Schönberg (dpa/mv) - Eine neue Grenzmauer erhebt sich in der nordwestmecklenburgischen Kleinstadt Schönberg. Das 3,70 Meter hohe Bauwerk aus Möbelplatten - bemalt, beklebt und besprüht - ist mit nur 20 Metern Länge rasch abzugehen, zu übersehen ist es nicht. Mit dieser Gedenkmauer will der aus Hamburg stammende Künstler Helmut Preller (58) aufklären, Hintergründe erhellen, Dialoge entfachen und an die Grenzopfern erinnern, wie er sagt. Im nahe der früheren innerdeutschen Grenze gelegenen Schönberg indes sehen viele Bürger das Kunstobjekt als Provokation an und schrecken nicht einmal vor Drohungen gegen den 2004 zugezogenen Preller zurück.

«Mist ist das», schimpft Alfred Karos kopfschüttelnd. «Wir wollen keine Mauer, hatten ja lange genug eine.» Der Rentner platziert sein Fahrrad vor der bunten Installation und verschwindet in der gegenüberliegenden Apotheke. Die dort angestellte Anja Kilian findet die künstlerische Idee des Mahnmals gar nicht schlecht. «Viele verdrängen aber lieber, was gewesen ist», vermutet sie. Vor der Tür fegt ein 75-jähriger Schönberger, der seinen Namen nicht nennen will, Laub zusammen. «Mich provoziert das nicht», sagt er gelassen. «Hab früher selbst im Sperrgebiet gelebt. Es war ja wirklich so, wie es da gezeichnet ist.» Stören würde ihn aber der viele Streit jetzt im Städtchen, der sich vor allem um die Vergangenheit des Bürgermeisters rankt.

1) Der Künstler und ehemalige Stadtvertreter Preller sagt zwar, er habe nicht provozieren, sondern nur anregen wollen. Doch er kommt immer wieder auf die Stasi-Belastung des mittlerweile beurlaubten Stadtoberhauptes Michael Heinze (Linke) zu sprechen und zitiert den früheren Grenztruppenkommandeur von Schönberg auf seiner mit Stacheldraht besetzten Meinungs-Mauer.
Heinze war bei der Kommunalwahl am 7. Juni mit mehr als 70 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden, das er seit 2004 ausübte.


2) Der nun amtierende Bürgermeister Karl-Heinz Düwel (CDU) meint, dass die meisten Schönberger hinter Heinze stünden. Schließlich hätten sie ihn wiedergewählt. «Soll das Unrecht sein in einer Demokratie?», fragt Düwel. Er möchte in Ruhe für Schönberg arbeiten, miteinander reden, auch vergeben. «Für mich bleibt die DDR ein Unrechtsstaat», betont der Christdemokrat. Doch die Mauer des Künstlers Preller sei nicht aussagekräftig, sie stifte nur Unruhe. Er zweifle an den Informationen des Objekts. «Unerhört, was ein zugereister Bürger aus den alten Bundesländern uns für neues Wissen beibringen will», empört sich Düwel. Lieber heute als morgen solle daher die Wand wieder weg.

Preller indes will seine am 13. August, dem Tag des Mauerbaus, errichtete Installation bis zum 9. November, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, stehen lassen - und notfalls auch verteidigen. Attacken auf seine inzwischen mit Beton und alten Kolonnenwegsplatten verstärkte Mauer gab es bereits viele. Mit Spraydosen, Schimpf- Plakaten oder gar mit der Spitzhacke rückten diverse Angreifer dem Kunstwerk zu Leibe. 3) Dagegen wehrt sich Preller nun vehement. Unermüdlich erneuert er die Warnhinweise an seinem Mahnmal: «Diese Wandzeitung wird per Video überwacht.»

Vor allem für die jüngere Generation sieht Künstler Preller sich in der Pflicht, gegen Vergessen und Verdrängen einzutreten. Daher solle seine Gedenkmauer nach dem 9. November nicht wie das historische Original niedergerissen werden. Vielmehr wolle er die bemalten Platten abbauen und als Symbol per Tieflader zu «Brennpunkten in Deutschland» auf Reisen schicken, um die Debatte über Geschichte wach zu halten.


Dieser dpa-Bericht wurde übernommen von:

Hamburger Abendblatt am 13.10.2009 >>

Lausitzer Rundschau am 15.10.2009 >>

Neues Deutschland am 15.10.2009 >>