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/OZ/LOKAL/GVM vom 22.01.2010 00:00 | 478 Worte
Grafe: Keine politische Macht
für DDR-Grenzoffiziere
Mit Roman Grafe kommt heute Abend ein
Historiker nach Schönberg, nach dessen Überzeugung Michael
Heinze aufgrund seiner Vergangenheit nicht Bürgermeister der
Stadt sein darf.
Schönberg (OZ) -
Darf ein Kommandeur der DDR-Grenztruppen, der zudem inoffizieller
Mitarbeiter der Staatssicherheit war, Bürgermeister werden?
Mit dieser Frage beschäftigen sich
seit Monaten die Stadtvertreter von Schönberg. Es geht um Michael
Heinze (53). Vor der Wende war er Kommandeur des Grenzregiments
6, das in Schönberg stationiert war. Nach dem Fall der Mauer
wurde er Lokalpolitiker im 4400-Einwohner-Städtchen, seit 2004
ist das Linksparteimitglied Bürgermeister. Zurzeit darf Heinze
sein Amt allerdings nicht ausüben, Schönbergs Stadtvertreter
sehen sich von Heinze über dessen Vergangenheit nicht ausreichend
aufgeklärt. Der Historiker Roman Grafe hat zu Heinzes Militärzeit
ein Gutachten erstellt, das der OZ vorliegt:
„Die Tatsachen liegen klar auf dem Tisch.
Michael Heinze hat an Schießbefehlen
mitgewirkt. Er hat Macht missbraucht in der DDR als Grenztruppenoffizier
und er hat mitgewirkt an der Festnahme von hunderten von Flüchtlingen.“
Heute Abend lädt Grafe zu einer Lesung in Schönberg.
Roman Grafe hat Heinzes Militärakten
in Freiburg studiert. Demnach war Heinze seit 1975 bei den DDR-Grenztruppen.
Im Grenzregiment 24 in Salzwedel war er seit 1986 stellvertretender
Stabschef. In Schönberg von 1988 an zunächst Stabschef,
später Regimentskommandeur. Für Grafe trage Heinze auch
eine moralische Mitschuld für die beiden Toten, die es während
Heinzes Dienstzeit gab.
„Es handelt sich zum einen um den
20-jährigen Rainer Borges, getötet am 15. Oktober 1978
durch eine Selbstschussanlage bei Mechau im Grenzregiment 24, Salzwedel,
und zum anderen um Harry Weltzin, ebenfalls durch Splitterminen
getötet am 4. September 1983 bei Kneese im Grenzregiment 6.“
Hinzu kommen laut Grafe hunderte von DDR-Flüchtlingen, die
während Heinzes Militärzeit im Bereich der beiden Grenzregimenter
festgenommen und der DDR-Justiz übergeben wurden.
„Wenn sich Herr Heinze weiter entwickelt
hätte und aus seiner Schuld gelernt hätte, dann hätte
er sich schlichtweg niemals als Bürgermeister beworben. Weil
es eine Zumutung ist für all die, die eingesperrt waren in
der DDR und darunter gelitten haben.“ Grafe kommt in seinem
Gutachten klar zu dem Urteil, dass Heinze keine politische Macht
mehr ausüben dürfe.
Michael Heinze hatte sich zu den Vorwürfen
Roman Grafes während einer Kundgebung im Oktober vor dem Kochschen
Haus geäußert. Er forderte damals, die Frage der Schuld
sachlich zu prüfen. Das bedeute, „keine selbst ernannten
Gutachter heranzuziehen, aufgebauschte Zahlen zu verwenden und Hass
verblendet nur den Fakt des Dienstes in der Grenztruppe zu sehen.“
Heinze weiter: „Ich erkläre hier für alle, dass
die erhobenen Vorwürfe, am Tod von Menschen schuldig zu sein,
falsch sind. Sie sind falsch, weil die Toten an der Staatsgrenze
der DDR nichts mit meiner konkreten Tätigkeit zu tun hatten
beziehungsweise Menschen zu Tode kamen, als ich keinerlei Einfluss
auf die Belange der Grenzsicherung hatte.“ Angesichts dieser
unterschiedlichen Auffassungen dürfte es heute eine spannende
Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern von Ex-Bürgermeister
Heinze geben. Ob Michael Heinze selbst anwesend ist, ließ
er gestern noch offen. „Ich ringe noch mit mir.“
STEFFEN OLDÖRP
Kein BIld
Info: Lesung mit Roman Grafe: „Die
Grenze durch Deutschland 1945 bis 1990 — Keine Opfer, keine
Täter?“, Schönberg, Palmberg-Halle, 19 Uhr.
Weil nicht online
auch keine Leserbriefe ...
ln-online/lokales vom 24.01.2010
00:00
„Erhöhung der
Effektivität der Grenzsicherung“ gefordert
Schönberg – Für
Roman Grafe ist der Fall Heinze keine Provinzbagatelle, sondern
ein „deutsches Lehrstück“. Es gehe nicht darum,
dass jemand ausgegrenzt werden soll. Gegen eine zweite Chance sei
überhaupt nichts zu sagen. „Man muss aber nicht Bürgermeister
in Schönberg sein als Ex-Grenztruppenoffizier.“
Bei Äußerungen von Heinze habe
Grafe gelesen:„Ich habe niemandem geschadet.“ Grafe,
der Heinzes Militärakten in Freiburg studiert hat, sieht das
anders. Seiner Meinung nach habe Heinze gegen die Menschenrechte
verstoßen. Denn unter seiner Mitwirkung sollen Hunderte von
DDR-Flüchtlingen im Bereich der Grenzregimenter Salzwedel und
Schönberg festgenommen und der SED-Justiz übergeben worden
sein. Die gescheiterten Flüchtlinge hätten in der Regel
mehrjährige Haftstrafen erleiden müssen. Hinzu kämen
verletzte und getötete Flüchtlinge, darunter der 20jährige
Reiner Borgis durch eine Selbstschussanlage bei Mechau sowie Harry
Weltzin, durch Splitterminen bei Kneese. „Für beide Tötungen
war Michael Heinze nicht direkt verantwortlich – er trägt
aber eine moralische Mitschuld, weil er das Grenzsicherungs-System
der DDR unterstützt hat.“
Einen Einblick in die Tätigkeit
des Stabschefs Heinze gibt sein Lagebericht vom 21. Juni 1988 (Militärarchiv
Freiburg, GTÜ 16707): „Sieben Grenzverletzer seien allein
im Mai ´88 festgenommen worden, zweien sei der Grenzdurchbruch
gelungen.“ Infolgedessen kritisierte Major Heinze in seinem
Bericht die „inkonsequente Einstellung zur Erfüllung
erteilter Befehle“ und forderte „die weitere Erhöhung
der Effektivität der Grenzsicherung“. so
Steffen Oldörp
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/OZ/LOKAL/GVM vom 20.01.2010 00:00 | 466 Worte
Stasi und Offiziere der Grenztruppen
im Visier
Die Stasi-Unterlagen-Behörde organisiert
in Schönberg eine Lesung. Ein Thema: Verantwortung früherer
Befehlshaber.
Schönberg.
Mit Roman Grafes Buch „Deutsche Gerechtigkeit/Prozesse gegen
DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber“ können
sich am Freitag Besucher einer Lesung in Schönberg beschäftigen.
„Zu dieser gemeinsamen Veranstaltung der Stadt Schönberg
und der Außenstelle Rostock der Bundesbeauftragten für
die Stasi-Unterlagen sind alle Interessierten herzlich eingeladen“,
teilt Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle mit.
Roman Grafe zeige auf, „was getan
und was unterlassen wurde bei dem Versuch, die Toten und Verletzten
an der Westgrenze der DDR zu sühnen.“
Die Lesung des Autors beginnt um 19 Uhr
in der Palmberghalle. Der Eintritt ist frei. Der Leiter der Rostocker
Außenstelle kündigt an: „An diesem Abend wird auch
auf das Zusammenwirken von Staatssicherheitsdienst und Grenztruppen
sowie auf die Verantwortung der Grenztruppen-Offiziere eingegangen.“
Hintergrund: Der am 7. Juni vorigen Jahres
mit 72 Prozent der Stimmen wiedergewählte, aber wenige Wochen
später von einer Mehrheit der Stadtvertreter bis auf Weiteres
abgesetzte Schönberger Bürgermeister Michael Heinze (Die
Linke) war Offizier der Grenztruppen und wurde kurz einige Monate
als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) geführt. Heinze beteuert,
er sei als IM nicht tätig geworden. Unzutreffend sei auch der
Vorwurf, er sei als Angehöriger der Grenztruppen am Tod von
Menschen schuld gewesen.
Dr. Höffer schreibt, mit dem Satz
„Mord bleibt Mord — auch wenn er befohlen wird“
habe der West-Berliner Senat in den 60er-Jahren gegen die Todesschüsse
an der Mauer protestiert, doch nach der Wiedervereinigung hätten
die meisten Prozesse gegen „DDR-Grenzschützen“
mit Bewährungsstrafen oder Freisprüchen geendet. Selbst
oberste Befehlshaber seien wegen Totschlags nur zu milden Haftstrafen
verurteilt worden. Kaum ein Beschuldigter sei bereit gewesen, eine
juristische Verantwortung zu übernehmen. „Was sich nicht
leugnen ließ, wurde ideologisch verklärt oder verharmlost“,
so Dr.Höffer. Neben der Lesung in Schönberg kündigt
er für Freitag auch die Möglichkeit zum Gespräch
an.
Roman Grafe wuchs in der DDR auf. Nach
seiner Übersiedlung 1989 in die BRD studierte er Journalistik.
Er schrieb die Bücher „Deutsche Gerechtigkeit“
und „Die Grenze durch Deutschland“. Im vergangenen Jahr
gab er die Anthologie „Die Schuld der Mitläufer/Anpassen
oder Widerstehen in der DDR“ heraus. Die Resonanz auf Lesungen
Grafes in Stralsund und Greifswald war zwiespältig. Die Reaktion
im Publikum reichte von lebhafter Zustimmung bis zu entschiedener
Ablehnung.
Das Buch „Deutsche Gerechtigkeit/Prozesse
gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber“ ist im
Handel erhältlich. Im März 2007 hob das Berliner Kammergericht
ein Urteil des Landgerichts auf, nach dem Grafes Werk zunächst
nicht weiter verbreitet werden durfte. Ein ehemaliger Offizier der
Grenztruppen, der später zur Bundespolizei gewechselt war,
hatte sich dagegen gewehrt, dass sein Name im Zusammenhang mit den
tödlichen Schüssen auf Chris Gueffroy genannt wird. Der
1968 in Pasewalk geborene Gueffroy wurde am 5. Februar 1989 an der
Berliner Mauer erschossen.
Die Veranstaltung am Freitag ist für
Schönberg zum Thema „Grenze/Stasi“ die zweite innerhalb
von zwei Monaten. Am 19. November organisierte die Landesbeauftragte
für die Stasi-Unterlagen, Marita Pagels-Heineking, einen Vortrag
über „Die tödliche Grenze/Die Aufgaben der Stasi
im Grenzgebiet“.
JÜRGEN LENZ
Bild: Buch "Deutsche Gerechtigkeit"
BU: Beschäftigte Gerichte:
Das Buch "Deutsche Gerechtigkeit"
Leserbriefe:
oz vom 20.01.2010 08:25
Niemand wurde absichtlich erschossen
Die drei Säulen des bundesdeutschen
Hasses auf die DDR heißen SED, Staatssicherheit und Grenztruppen.
Warum? Es waren die Organe des Staates die garantierten, dass das
deutsche Kapital 45 Jahre lang den Osten nicht so ausplündern
konnte wie nach den Anschluss der DDR an die BRD. Kein DDR-Bürger
hätte das Land verlassen müssen. Kein DDR-Grenzer hätte
entsprechend der Schusswaffengebrauchsbestimmung und des Gesetzes
über den Grenzdienst eine Waffe anwenden müssen, wenn
nicht immer wieder die Staatsgrenze der DDR in Frage gestellt wurde.
Die Staatsgrenze der DDR war Trennlinie zwischen den zwei sich feindlich
gegenüberstehenden Militärblöcken und deshalb als
Frontlinie befestigt worden. Der deutsche Kapitalismus hat das bis
heute nicht verwunden, anstelle darüber froh zu sein, dass
kein heißer Krieg entstand. Nein, stimmt ja nicht, sie wollten
den Krieg, Deutsche gegen Deutsche - Menschen gegen Menschen, so
wie in Afghanistan. Das sind die Tatsachen. Der kalte Krieg gegen
Teile der DDR Bevölkerung muss endlich beendet werden.
schreibt Karl-Heinz Schulze aus Sassnitz
oz vom 21.01.2010 09:31
Im falschen Film
Ich glaube, ich bin im falschen Film gelandet,
wenn ich diesen Brief von Herrn Schulze lese. Die innerdeutsche
Grenze war gegen das eigene Volk gerichtet, das Menschenrecht der
Freizügigkeit wurde permanent von der DDR-Führung verletzt.
Wenn die DDR der bessere deutsche Staat gewesen wäre, würde
sie heute noch existieren. Aber das Volk ist seiner betonköpfigen
Führung im Jahre 1989 davongelaufen, das kann Herr Schulze
ja wohl nicht bestreiten.
Und was gab es denn aus der DDR zu plündern bei dem Mangel,
der überall herrschte?
schreibt Roland Hunscha aus Greifswald
oz vom 22.01.2010 13:30
Nach 20 Jahren solch eine Meinung
Herr Schulze, Ihre ML- Ideologie vekünden
Sie schon über mehrere Jahre. Eine Demokratie lässt so
etwas natürlich zu und die Plattform OZ- Leserbriefe ist auch
ein Sprachrohr des Volkes.Was hat Sie aber geritten, einen solchen
Leserbrief zu schreiben?
Es ist ein Schlag ins Gesicht der mutigen Menschen aus Dresden und
Leipzig und der Hinterbliebenen aller Mauertoten und Ertrunkenen
bei Fluchtversuchen. Wie grausam war Ihr rotes Regime, daß
man den Tod in Kauf nahm?
Es ist jetzt Zeit nachzudenken.
schreibt Jens Erckens aus Kühlungsborn
oz vom 21.01.2010 13:33
Kopfschütteln....
Herr Schulze hat uns ja schon mehr als
einmal mit seiner politischen Einäugigkeit verblüfft.
Dann war es wohl ein Fabrikationsfehler, dass an der Grenze die
Signaldrähte ins Landesinnere zeigten ?
Wo doch der Feind auf der anderen Seite lauerte... Sicher hat jeder
gewusst was passieren kann wenn man dieser Weg geht. Aber zu verurteilen
ist doch die politische Führung die so eine Grenze um "sein
Volk" ziehen lässt....
schreibt Frank Völter aus Wismar
oz vom 21.01.2010 14:26
Lügen und nichts als Lügen
Liest man diese Zeilen, denkt man unwillkürlich
an Phrasen aus dem Sprachjargon des ND oder aus dem übelriechenden
Munde eines Sudel-Ede namens Eduard von Schnitzler. Wenn man schon
das Wort Hass im Zusammenhang mit den beiden damals existierenden
deutschen Staaten anführt, sollte daran erinnert werden, dass
lediglich die DDR-Bürger und alle Organe der damaligen DDR
im Hass erzogen wurden; im Hass gegenüber allen Deutschen in
der wesentlich größeren Bundesrepublik. Kleinkinder wurden
schon aufgewiegelt und dieses böse, menschenverachtende Werk
zog sich -einem roten Faden ähnelnd- durch Schulen,Betriebe,
NVA und Studium. Selbst heute noch haben gewisse Beamte im Öffentlichen
Dienst -auch hier in Wismar- ein verquertes Bild von "ihrer"
DDR und ihren Peinigern am eigenen Volk, verfügen über
eine wenig tolerable Einstellung zum Freiheitlichen Demokratischen
Rechtsstaat Bundesrepublik. Ich habe während meiner Zeit als
Soldat der Bundesmarine kein einziges mal hasserfüllte Töne
oder gar Propaganda gehört; wir wurden nie politisch indoktriniert,
verblendet und mit Gehirnwäschen überzogen. Ein Staat,
dessen eigene Bevölkerung die DDR-Grenztruppen verachtet und
allen Uniformierten misstraut ( gerade den Angehörigen des
MdI in Funktionen der "Volks"-Polizei/Feuerwehr u.a. )hat
seine Legitimität spätestens dann verloren, wenn er die
Bevölkerung in Mangelwirtschaft belässt, sein ganzes Volk
hinter Stacheldraht und Wachtürmen einsperrt ( die DDR war
Europas größtes Gefängnis ) und jeden, aber auch
restlos jeden bespitzelt und denunziert, geschweige denn von einer
unvorstellbaren Umweltverschmutzung aller Flüsse, Seen und
Städte. Dieser Staat wurde von seiner Bevölkerung zum
Teufel gejagt; das Volk -insbesondere die so mutigen Bürger
Leipzigs und Dresdens- erhoben sich stolzen Hauptes gegen diese
veraltete, senile Clique in Ostberlin...und darauf können alle
diejenigen stolz sein, die zu dieser friedlichen Revolution beitrugen.
Jene aber, die dieses Regime hofierten und bis heute diesem eingezäunten
Staatsgebilde nachtrauern, sollten sich schnellstens therapieren
lassen!
schreibt Jean-Claude Dardenne aus Hansestadt Wismar
oz vom 21.01.2010 17:48
Warum, Herr Völter
verurteilen Sie nicht die USA, wo täglich
an der mexikanischen Grenze Menschen erschossen werden, deren offizielle
Zahl wir niemals erfahren werden. Was ist mit Israel, die bauen
einen Zaun, der noch gewaltiger ist. Auch dort werden Menschen erschossen.
Haben diese Staaten ein Recht dazu??? Es kann nicht mit zweierlei
Maß gemessen werden, oder???
schreibt Klaus-Dieter Reinfeldt aus Stralsund
oz vom 22.01.2010 10:24
Eingeimpfte Idiologie....
Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen
Herr Reinfeld. Man kann davon ausgehen, dass es sich bei den Ami´s
und Israelis nicht um einen sogenannten " Antifaschistischen
Schutzwall" handeln soll. Somit kann man dies nicht vergleichen.
In dem einen Fall wollen die Menschen rein und werden aufgehalten.
Im Fall des SED Zaun´s iat es darauf angekommen das eigene
Volk daran zu hindern wegzugehen.
Aber die Idiologie der SED war ja, dass Volk vor dem Aggressor zu
schützen. Was hätte der Aggressor denn in der DDR holen
sollen, wovor wir geschützt werden mussten?
Die maroden Innenstädte? Die Hochleistungsbetriebe oder vieleicht
die hunderte Denkmäler von Marx, Engels und Lenin?
Nein! Hier ging es darum das eigene Volk zu trennen, es einzumauern
und die eigene Macht zu erhalten...
schreibt Frank Völter aus Wismar
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| ROMAN
GRAFE
Gutachten Roman Grafe zu Michael Heinze
eine Beurteilung eines Experten zum menschenrechtsverletzenden Grenzregieme
der ehemaligen DDR, seiner Helfershelfer und Kader.
Bücher von Roman Grafe | >> |
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Heinzes Schießbefehle
und die „Effektivität der Grenzsicherung“
Zur Verantwortung des Schönberger Bürgermeister Michael
Heinze für das DDR-Grenzregime schreibt der Buchautor Roman
Grafe:
Der Schönberger Bürgermeister Michael Heinze (SED –
derzeit unter dem Pseudonym „Die Linke“ aktiv) war seit
1975 bei den Grenztruppen der DDR. Von 1986 an war Hauptmann Heinze
(stellvertretender) Stabs-Chef des Grenzregiments 24 (Salzwedel).
Vom 1988 an war Major Heinze Stabs-Chef des Grenzregiments 6 (Schönberg)
und somit Stellvertretender Regimentskommandeur.
Während der Dienstzeit Michael Heinzes und unter seiner Mitwirkung
wurden Hunderte von DDR-Flüchtlingen im Bereich der Grenzregimenter
Salzwedel und Schönberg festgenommen und der SED-Justiz übergeben.
[siehe Stastistik der "Grenzverletzerbewegung" in StA
Berlin II, Anklage im Prozeß gegen Schabowski u. a., Az. 25/2
Js 20/92 Ks - Seite 1076] Die gescheiterten Flüchtlinge mußten
in der Regel mehrjährige Haftstrafen erleiden.
Dazu kommen verletzte und getötete Flüchtlinge im Bereich
dieser Regimenter, darunter der 20jährige Reiner Borgis, getötet
am 15. Oktober 1978 durch eine Selbstschußanlage bei Mechau
(GR 24) sowie Harry Weltzin, ebenfalls durch Splitterminen getötet
am 4. September 1983 bei Kneese (GR 6). [zu den Fällen Borgis
und Weltzin siehe: Urteil des LG Stendal 24.5. 2000, Az. 502 Ks
- 654 Js 41887/98 - 9/98] Für beide Tötungen war Michael
Heinze nicht direkt verantwortlich – er trägt aber eine
moralische Mitschuld, weil er zu dieser Zeit das Grenzsicherungs-System
der DDR unterstützt hat.
Überdies ist es als Zufall zu bezeichnen, daß es infolge
der von Michael Heinze als (stellvertretender) Stabs-Chef mit ausgearbeiteten
Schießbefehle nicht zur Ermordung von DDR-Flüchtlingen
gekommen ist:
Als (stellvertretender) Stabs-Chef war es die Aufgabe Michael Heinzes,
die sogenannten Jahresbefehle 20 des Regimentskommandeurs maßgeblich
mit auszuarbeiten. Die Jahresbefehle 20 waren die Grundsatzbefehle
zur Grenzsicherung auf Regimentsebene. In diesen Befehlen wurde
regelmäßig gefordert, keine Grenzverletzungen zuzulassen,
sondern „Grenzverletzer“ festzunehmen oder zu vernichten.
[zur Verantwortung eines Stabs-Chefs und zum Befehl 20 siehe: Urteil
des LG Berlin vom 21.8. 2000, Az. (529) 27 Js 2/99 Ks (19/98)] Noch
bis 1989 wurden infolge der Befehle 20 an der DDR-Grenze Flüchtlinge
erschossen.
Einen Einblick in die Tätigkeit des Stabs-Chefs Heinze gibt
sein Lagebericht vom 21. Juni 1988 (Militärarchiv Freiburg,
GTÜ 16707): Sieben Grenzverletzer seien allein im Mai ´88
festgenommen worden, zweien sei der Grenzdurchbruch gelungen. Infolgedessen
kritisierte Major Heinze in seinem Bericht die „inkonsequente
Einstellung zur Erfüllung erteilter Befehle“ und forderte
„die weitere Erhöhung der Effektivität der Grenzsicherung“.
Gleichzeitig verkündete Genosse Heinze, „besonders zu
erwarten sind Angriffe von Grenzverletzern unter Anwendung der Gewalt
gegenüber eingesetzten Grenzposten“. Die – angesichts
der meist unbewaffneten Flüchtlinge – absurde Behauptung
der drohenden „Anwendung von Waffengewalt gegenüber Grenzposten“
(Heinze im Juli ´88) kann auch verstanden werden als die bewährte
indirekte Aufforderung an die Soldaten, beim Einsatz der Schußwaffe
nicht zu zögern – nach dem Motto: Wer zuerst schießt,
lebt länger ...
Wer Macht so mißbraucht hat wie Michael Heinze, sollte keine
neue Macht erhalten.
Nachtrag Januar 2010 -
Lesung vom 22.1.2010 in Schönberg / Mecklenburg
Ein Grenztruppen-Offizier der DDR als Bürgermeister im demokratischen
Rechtsstaat - das ist keine Mecklenburger Provinzbagatelle. Das
erfolgreiche Durchmarschieren Michael Heinzes in Schönberg
ist ein deutsches Lehrstück: Gezeigt werden die anhaltende
Schamlosigkeit eines Diktaturschergen, die eiskalten Machtstrategien
der umbenannten SED und die Gleichgültigkeit des Publikums.
´Was stören uns die Leichen im Keller, wenn Herr Heinze
uns heute als Bürgermeister nützlich ist?´, fragen
jene, denen schon in der DDR das Schicksal gescheiterter Republikflüchtlinge
egal war. Ein Armutszeugnis, auch für die Schönberger
Nichtwähler, die den Erfolg des Pg. Heinze mit ermöglicht
haben. Und die gewendete SED-Presse übt sich weiter in Propaganda.
Sie mobilisiert mit Leser-Haßbriefen den Mob gegen Aufklärer
wie den Alt-Hamburger und Neu-Schönberger
Helmut Preller. Doch Wahrheit schafft sich ihren Raum, wenn
heute nicht, dann übermorgen.
Roman Grafe, September 2009/Januar 2010
Pressemitteilung zur Lesung Roman Grafe
am 22.1.2010
in Schönberg / Mecklenburg ->>
Roman Grafe, Autor der Bücher
„Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990“
(Siedler-Verlag 2002) und „Deutsche Gerechtigkeit.
Prozesse gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber“
(Siedler-Verlag 2004).
Bücher von Roman Grafe:
"Die
Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990"
(Siedler-Verlag 2002)
"Deutsche
Gerechtigkeit. Prozesse gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber"
(Siedler 2004)
"Die
Schuld der Mitläufer. Anpassen oder Widerstehen in der DDR"
(Pantheon-Verlag 2009)
Dokumentarfilm:
"Eingeschlossen,
abgeriegelt. Die Grenze durch Deutschland" (D 2007)
Pressemitteilung zur Lesung Roman
Grafe am 22.1.2010
in Schönberg / Mecklenburg ->>
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachfolgend die Pressemitteilung zu meiner Lesung "Keine Opfer,
keine Täter?" am kommenden Freitag in Schönberg,
wo ein Regimentskommandeur der DDR-Grenztruppen und Stasi-IM Bürgermeister
ist - siehe:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67036827.html
Freitag, 22.01.2010
Bereits am Nachmittag (13.40 - 15.10 Uhr) spreche ich im Schönberger
Ernst-Barlach-Gymnasium mit Schülern über dieses Thema.
Am Abend 19:00 Palmberghalle Schönberg.
Veranstalter: BStU, Außenstelle Rostock
http://www.bstu.bund.de/cln_028/nn_712460/SharedDocs/Veranstaltungen/Region-Rostock/2201__schoenberg__lesung.html
Mitveranstalter: Stadt Schönberg
Keine Opfer, keine Täter?
Prozesse gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber.
Lesung und Gespräch mit Roman Grafe
„Mord bleibt Mord - auch wenn er befohlen wird!“ Mit
diesem Satz hatte der West-Berliner Senat in den sechziger Jahren
gegen die Todesschüsse an der Mauer protestiert. Doch nach
der Wiedervereinigung Deutschlands endeten die meisten Prozesse
gegen DDR-Grenzschützen mit Bewährungsstrafen oder Freisprüchen.
Selbst oberste Befehlsgeber verurteilte man wegen Totschlags an
„Republikflüchtlingen“ nur zu milden Haftstrafen.
Kaum einer war bereit, die juristische Verantwortung zu übernehmen.
Was sich nicht leugnen ließ, wurde ideologisch verklärt
oder verharmlost. Rechtsanwälte verteidigten nicht die Täter,
sondern die Taten. Der Autor Roman Grafe zeigt auf, was getan und
was unterlassen wurde bei dem Versuch, die Toten und Verletzten
an der Westgrenze der DDR zu sühnen. „Ein eindrucksvolles
Geschichtsbuch ... kunstvoll und nüchtern.“ (FAZ)
An diesem Abend soll auch auf das Zusammenwirken von Staatssicherheitsdienst
und Grenztruppen eingegangen werden sowie auf die Verantwortung
des Grenztruppen-Offiziers und Schönberger Bürgermeisters
Michael Heinze.
Freitag, 22.01.2010,
Bereits am Nachmittag (13.40 - 15.10 Uhr) spreche ich im Schönberger
Ernst-Barlach-Gymnasium mit Schülern über dieses Thema.
Am Abend 19:00 Palmberghalle Schönberg, Rudolf-Hartmann-Straße
2a
Veranstalter: BStU, Außenstelle Rostock
http://www.bstu.bund.de/cln_028/nn_712460/SharedDocs/Veranstaltungen/Region-Rostock/2201__schoenberg__lesung.html
Mitveranstalter: Stadt Schönberg
Zum Autor:
Roman Grafe, geboren 1968 im Nordosten der DDR, übersiedelte
im Januar 1989 nach Bayern. Von 1995 an dokumentierte er Prozesse
gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber für den
Hörfunk der ARD und für die „Süddeutsche Zeitung“.
2002 erschien im Siedler-Verlag sein Buch „Die Grenze durch
Deutschland“, „eine faszinierende Chronologie“
(„Neue Zürcher Zeitung“). Zuletzt veröffentlichte
er als Herausgeber "Die Schuld der Mitläufer. Anpassen
oder Widerstehen in der DDR". (Pantheon-Verlag 2009)
PS: Ein Foto des Buchcovers läßt sich von der Homepage
des Siedler-Verlages per Download beziehen
http://www.randomhouse.de/author/author.jsp?per=73026
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